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Eike Winkler – „In den letzten Jahren auf jeden Fall vielfältiger geworden“

Eike Winkler – „In den letzten Jahren auf jeden Fall vielfältiger geworden“

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Kurz mal nachgefragt bei: dem promovierten Geographen Eike Winkler (39). Über seine Rückkehr ins Wendland, den Coworking-Space in Lüchow, seinen Job bei der Moses Mendelssohn Stiftung und... nun ja, Basketball.

ZUR PERSON
Name: Eike Winkler
Alter: 39
Berufsbezeichnung/Job: Geograph
Firma: Moses Mendelssohn Institut (Hamburg)
(Wieder) im Wendland seit: Frühling 2018
Aufgewachsen in: Lüchow
Wohnhaft in: Lüchow
Zur Schule gegangen in: Lüchow
Ausbildung/Studiengang: Studium Geographie, Soziologie, Stadtplanung und Geologie in Bochum und Hamburg, Promotion Geographie in Hamburg


Hi Eike, Wie lange hast du heute Morgen zur Arbeit gebraucht?
Eike Winkler: Nur ein paar Minuten, mit dem Fahrrad.

Du arbeitest zeitweise im Postlab, dem Coworking-Space des „Alten Postamts“ in Lüchow. Wie kam es dazu?
Als Geograph und jemand, der in der Region aufgewachsen ist, habe ich die Entwicklungen im Wendland immer auch aus der Ferne beobachtet und mit großem Interesse die Aktivitäten der Grünen Werkstatt verfolgt. Da ich die meiste Zeit der Woche im Home Office arbeite, ist das Postlab für mich eine gute Alternative zum Arbeitsplatz zu Hause.

Was sind für dich die Vorteile an einem Coworking-Space?
Ich finde es persönlich angenehmer, nicht von zu Hause aus zu arbeiten. Zudem genieße ich den Austausch mit anderen Leuten.

Beruflich beschäftigst du dich mit Stadt- und Regionalentwicklung. Was konkret machst du da?
Ich arbeite beim einem Forschungs- und Beratungsinstitut der Moses Mendelssohn Stiftung. Wir setzten uns im Wesentlichen damit auseinander, wie sich der gesellschaftliche Wandel auf die verschiedenen Immobilien- und Wohnungsmärkte auswirkt. Im Moment beschäftige ich mich vor allem mit dem Thema „Wohnen im Alter“.

Dann jetzt die Meinung vom Fachmann: Was läuft in Lüchow-Dannenberg gut, wo gibt es noch Raum für Verbesserung?
Verbesserungsbedarf sehe ich unter anderem beim ÖPNV, beim Mietwohnraum, aber auch dem Freizeit- und Förderangebot für Kinder und Jugendliche. Positiv sehe ich aktuell die Aktivitäten und Projekte des Landkreises im Bereich Klimaschutz.

Was hältst du von dem oft bemühten „Gegensatzpaar“ Stadt vs. Land?
Ich denke, dass die beiden Kategorien im Wesentlichen zu einander gehören und der Gegensatz überholt ist. Vielmehr sollte es zu einem stärkeren Austausch und einer engeren Verknüpfung (ÖPNV, Arbeitsplatzangebot, Kultur) zwischen urbanen und ländlichen Gebieten kommen.

Du bist am Übergang von Lüchow nach Kolborn aufgewachsen – bist du eher Stadt- oder Landkind?
Ich würde sagen Kleinstadtkind mit ländlicher Prägung.

Warum bist du damals weg, warum und wann wieder hergekommen?
Nach dem Abi war es für mich völlig klar, den Landkreis zu verlassen. Hier zu bleiben stand gar nicht zur Debatte. Ich bin dann nach dem Abi 2000 erst einmal zum Zivi nach Hamburg. Mina, meine Freundin, die übrigens auch aus dem Wendland kommt, und ich hatten schon vor einigen Jahren den Wunsch, raus aus der Stadt zu ziehen. Doch irgendwie hat es mit der Umsetzung nicht geklappt. Nach der Geburt unserer Kinder wurde der Wunsch dann immer stärker, so dass wir Anfang 2018 dann doch den Absprung aus Hamburg geschafft haben.

Habt ihr euch gut eingelebt?
Wir alle genießen mittlerweile das Leben hier im Wendland. Ab und an vermissen wir aber auch die Urbanität Hamburgs.

Was ist für dich das Besondere an der Region?
Vor allem die kulturellen und politischen Strukturen, die aus der Anti-AKW Bewegung entstanden sind und sich doch erheblich von anderen ländlichen Regionen unterscheiden.

Und hat sie sich seit damals verändert?
Ich finde, das Wendland ist in den letzten Jahren auf jeden Fall vielfältiger geworden.

Kannst du auf ein bestehendes Netzwerk von früher zurückgreifen oder war hier (neu) ankommen eher schwierig?
Das Zurückkehren ist mir eigentlich nicht schwergefallen. Aber Hamburg war natürlich auch nicht so weit weg und wir waren die letzten Jahre immer wieder regelmäßig hier. Auf ein bestehendes Netzwerk zurückgreifen zu können, hat die Sache aber auf jeden Fall erleichtert.

Du bist auch Basketball-Trainer (bei deinem alten Verein von damals!). Was für Tipps gibst du deinen Schützlingen über den Sport hinaus mit?
Toleranz, Teamgeist und Durchhaltevermögen.

Dann bleibt nur noch eines zu klären: Michael Jordan oder Magic Johnson?
Eindeutig, Michael Jordan. Die Netflix-Doku ist sehr zu empfehlen.

 


DAS POSTLAB KREATIVLABOR

Gesucht wurde ein realer Ort zur Vernetzung und Erforschung neuer Arbeitsmethoden – ein Treffpunkt für Kreative zum Austausch von Wissen und Können, um Potenziale und Ressourcen zu nutzen und in konkrete Projekten umzusetzen. Dieser Ort hat sich nun im Alten Postamt in Lüchow gefunden. Das Kreativ Labor öffnet die Tore für Freiberufler, Kreative und Start-Ups, die hier zusammen kommen, um gemeinsam Ideen zu entwickeln, neue Netzwerke zu schaffen oder in einem kreativen Umfeld an eigenen Projekten zu arbeiten.

Öffnungszeiten
montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Coworker*innen mit einem Monatsticket können einen eigenen Schlüssel erhalten und damit durchgehend im PostLab arbeiten.

Preise
Tagesticket: 10 Euro
Wochenticket. 30 Euro
Monatsticket: 120 Euro

Inklusive Extras:
- Gemeinschaftsküche mit Kühlschrank, Kaffeemaschine und Teekocher
- kostenlose Parkplätze im Hof
- schnelles Wifi

Exklusive Extras:
- Veranstaltungsraum: 50 Euro für einen halben Tag, 75 Euro für den ganzen Tag
- kurzzeitige Übernachtungsmöglichkeiten nach Absprache

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